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American University: Politischste Uni der USA

In einem Ranking der Huffington Post gilt die American University als politischste Universtät des Landes.

American University students will proudly tell you that their campus is one of the most politically aware in the nation. With the White House just a short train ride away, it’s easy to understand why.

Zu Deutsch: “Die Studenten der American University werden dir stolz erzählen, dass ihr Campus einer derjenigen mit dem größten politischen Bewusstsein ist. Dadurch, dass das Weiße Haus nur eine kurze Zugfahrt entfernt ist, ist es einfach zu verstehen, warum.”

Wie man sich als Studentin wichtig fühlt

Zu meinem Washington Semester Programm gehören jede Woche mindestens zwei Termine, an denen wir zu Vorträgen und Diskussionen nach Downtown Washington fahren. Heute hatten wir die ersten zwei Termine. Und was ist da motivierender, als wenn ich abends folgendes auf tagesschau.de lese:

Trotzdem wächst nun die Front der Ablehnung gegen ihn. So würden Kritiker ihn im Laufe seiner Präsidentschaft immer negativer beurteilen, sagt der Direktor des Washingtoner PEW-Instituts, einem der renommiertesten Meinungsforschungsinstitute der USA.

Ok, die Nachricht an sich, finde ich jetzt nicht so erfreulich. Doch worauf es mir hier ankommt: Genau bei diesem PEW-Institut war ich heute Nachmittag. In einem Wahnsinnsbüro ganz in weiß, einer Fensterwand im siebten Stock, einem riesigen weißen Tisch und technisch super ausgestattet (riesiger Samsung-Bildschirm). Ein wahnsinniger Kontrast zum staatlichen “Bureau of Labor Statistics” am Vormittag, wo wir im Keller saßen und ich unheimlich fror (Klimaanlage!). Ich darf hier nichts schreiben, was dort vorgetragen und diskutiert wurde. Der Dean (Dekan) des Programms hat uns zu Beginn in seiner Blut-Schweiß-und-Tränenrede in einer nahegelegen Kirche extra darauf hingewiesen, dass alle Gespräche “off the record” seien, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Vor ein paar Jahren habe nämlich ein Student, der sein Praktikum bei einer Zeitung gemacht hatte, brisante Infos vom Meeting mit Leuten aus dem Pentagon weitergegeben. Daraufhin habe das Verteidigungsministerium beim Dekan angerufen und darauf hingewiesen, dass das Pentagon an weiteren Terminen nicht interessiert sei. Morgen besichtigen wir die Library of Congress, eine der größten und wichtigsten Bibliotheken der Welt.

1:0 für Washington

Am 17. August fliege ich nach Washington D.C. Dort werde ich an der American University “Economic Policy”, im Deutschen Wirtschaftspolitk, studieren. Ich werde das Washington Semester absolvieren, das neben dem drei-tägigem Studium an der Uni zwei Tage in der Woche vorsieht, an dem ich ein Praktikum absolvieren kann. 18 Wochen lang kann ich so in bei einer Institution, Firma, Organisation oder bei Abgeordneten mitarbeiten. Jede Woche soll im Unterricht ein Themengebiet absolviert werden, an zwei festen Terminen pro Woche sind Exkursionen oder Gastredner vorgesehen. Ich werde beginnen müssen amerikanische Tageszeitungen zu lesen; die Uni schlägt die “Washington Post” und die “New York Times” vor. Zweimal pro Woche werden wir über unsere Lektüre diskutieren. Benotet werden neben regelmäßigen Tests auch Paper (ich verstehe darunter Aufsätze?!) und die mündliche Beteiligung. In einer Klasse sind zwischen 15 und 25 Studenten, vor allem aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und Korea, wo die American University mit Hochschulen kooperiert. Auch Amerikaner belegen dieses Programm, doch ich glaube, dass ich den Amis doch eher im Wohnheim begegne als direkt in meiner Klasse.

Das scheint alles ziemlich anstrengend zu werde – zumindest wird die Lernweise gewöhnungsbedürftig. Denn in Regensburg sieht mein Unialltag komplett anders aus. Ich habe entweder Vorlesung oder Übung. Ich sitze also entweder zwischen hunderten oder nur ein paar dutzend anderen Studenten oder Studentinnen. In den Hörsälen gibt es in den meisten Fällen keine natürliche Lichtquelle.

Diese künstliche Atmosphäre schlägt mir irgendwie aufs Gemüt und macht konzentriertes Mitarbeiten manchmal unmöglich (oder ist eine billige Ausrede). Oder wer aus der Wiwi-Fakultät an der Regensburger Uni kann nicht bestätigen, dass man im H20 nicht schläfrig wurde? Zum Beispiel, wenn Dr. Schneider pünktlich zu Beginn seiner Vorlesung “Finanzbuchhaltung” die  Lichter dimmte und die Säulen an den Wänden wunderbar zum Schäfchen zählen taugten.

In Sachen Campus führt die American University auf jeden Fall schon 1:0, bevor ich überhaupt amerikanischen Boden betreten habe. Denn die Regensburger Uni schaut einfach zum Davonlaufen aus. Gut, sie hat einen Architektur-Preis gewonnen und in manchen Räumen und Ecken, speziell auch in bei den Wirtschaftlern und Juristen, fühle ich mich nicht wie in einem überirdischen Bunker. Doch wie in einer anderen heruntergekommenen Bildungsanstalt. (Ich komm da nicht so rum, aber gibt es andere öffentlichen Einrichtungen oder Ämter, die in so schlechtem Zustand sind?)

Die Uni liegt auf einem Hügel im Süden der Stadt. Egal welche der drei Buslinien, die mir zur Verfügung stehen, ich nehme, um von der Altstadt zum Campus zu kommen: die Vorzeichen sind keine guten. Ich fahre wahlweise den Galgenberg hoch, über die Station “Arbeitsamt”. Oder ich komme am Bahnhof, einem Einkaufszentrum und an zwei Friedhöfen vorbei. Ich könnte allerdings auch die Strecke über das Justizgebäude und die Psychiatrie nehmen.

So wie es scheint kann mir die American University schon mal mein erste Anforderung an eine bessere Universität erfüllen. Räume mit Fenstern! Mit echtem Sonnenlicht während Vorlesungen! Und nicht alles rechteckig!

mckinley_jumbo



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