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My Lovely Mister Singing Club

We’re all living in America

Als ich nach China ging, war die Sache ganz klar: Alles wird anders sein, die Kulturen sind unterschiedlich und die Kommunikation ist eine andere. Ich konnte niemanden verstehen und wie ein Analphabet wandelte ich durch Dörfer und Millionenstädte ohne eine einzige Werbung oder ein Straßenschild lesen zu können. Mit China hatte ich mich zuvor nie näher auseinandergesetzt, das Essen in einem chinesischen Restaurant in Deutschland fand ich nie besonders lecker.

Wenn ich in drei Wochen in meinen Flieger nach Washington steige werde, glaube ich zu wissen, was auf mich zukommt. Noch immer sind die Vereinigten Staaten von Amerika das Land, das uns hier in Deutschland am meisten beeinflusst. Ich kann die Sprache fließend. Ich kenne mich in der amerikanischen Innenpolitik besser aus als in der Tschechiens oder Österreichs, die nur 30 Kilometer von meinem Heimatort entfernt liegen. Nur die deutsche Geschichte und Kultur ist mir vertrauter als die amerikanische. Hollywood-Filme oder TV-Serien aus den USA sehe ich ständig und höre natürlich amerikanische Musik. Dazu kommt allerlei Gossip über all die in diesen Branchen arbeitenden Menschen.

Technisch, gesellschaftlich oder popkulturell, das Angesagteste kommt noch immer aus den USA: das I-Phone zieht aus Kalifornien rund um die Welt; die Hipster sitzen in Altbauwohnungen in Williamburg und Facebook, die Mutter alle sozialen Netzwerke kommt aus Harvard.

Von den Menschen dort halten wir aber nicht so viel. Eine Kombination der gängigsten Vorurteile: Amerikaner sind dicke, dumme, sich nur um den Fixpunkt USA drehende Menschen, die mit einem Gewehr unterm Bett schlafen. Das stimmt wohl genauso wenig, wie dass alle Leute in Bayern nur Lederhosen oder Dirndl tragen, sich nur von Bier und Schweinbraten ernähren und das Vorspiel hier “Fensterln” ist.

Zwar gab es im letzten Jahrzehnt Anti-Amerikanismus, doch der bezog sich in erster Linie auf Präsident Bush und seine Politik. Die kulturelle Hegemonie hat Amerika aber dennoch die ganze über Zeit behalten. Die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten hat die allermeisten von uns auch politisch wieder der USA versöhnt.

Erst der Hardliner Bush, dann der Liberale Obama – das zeigt politisch, welche Kluft es innerhalb den USA gibt. Wie tief die Gräben zwischen den verschiedenen Gruppen sind, zeigten die Diskussionen um die Reform des Gesundheitssystems, bei denen Obama mit Hitler verglichen wurde und Angst vor der Einführung des Sozialismus geschürt wurde. Rihanna und Lady Gaga tanzen sich halbnackt durch ihre Videos und Konzerte, aber wehe das Panzertape versagt! Enthaltsamkeit bis zu Ehe scheint bei vielen gläubigen Jugendlichen im Trend zu liegen, und ein “Fuck” im Fernsehen der Volksseele nicht zumutbar (aber vielleicht wird das Verbot von Schimpfwörtern im TV bald vom obersten Gerichtshof gekippt).

Wenn Kulturschock heißt, dass einem Sachen fremd sind, anders und manchmal auch nerven: Ja, dann werde ich hoffentlich auch in Amerika einen haben. Sonst könnt ich ja auch gleich zu Hause bleiben. Während die Unterschiede in China allgegenwärtig und unausweichlich waren, werden sie in Washington subtiler sein.  Was denn alles so anders sein wird, steht auf usaerklaert.wordpress.com, wo ein Deutscher, der seit langem in der USA wohnt, ”Den faktischen Hintergrund, freundlich erklärt” liefert.

Mexican Elvis – The Washington D.C.

Indiepop aus München

via

Servus!

Bald geht’s los! Mitte August fliege ich zum Auslandssemester nach Washington, danach will ich reisen. Und darüber hier schreiben. Liebes soziales Umfeld, erinnert mich doch bei Gelegenheit daran, wenn sich hier wieder mal länger nicht tut. Ich möchte etwas regelmäßiger bloggen, als ich es in China getan habe.

Die Adresse hierher lautet: http://aususa.schafott.net

Während der WM ist mir etwas aufgefallen:

twitter

Ich finde ja schon, dass da ein bestimmter Artikel davor gehört, aber immer öfter höre ich es ohne. Aber egal, ich finde

AUS USA

sieht gut aus und ist einprägsam. AUS USA ist der Vorschlag meiner Schwester. Ich hab lange nach einem gescheiten Namen gesucht, denn ohne wollte ich nicht anfangen zu bloggen, aber hab keinen gefunden. (Meine Ideen waren langweilig oder dämlich).

Es wär super, wenn ihr euch die paar Sekunden Zeit nehmen würdet und manchmal kommentiert. Dann macht’s nämlich viel mehr Spaß, wenn man merkt, dass das auch jemand liest :)

Viel Spaß

Katharina



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