Archived entries for Aus USA
(Happy) Day in Disneyland
Über meinem Geburtstag (und letzten Tag in Los Angeles), den ich im Disneyland verbrachte, hingen mehrere dunkle Wolken. Dennoch war es ein unglaublich toller Tag mit Achterbahnen, Buntheit überall und viel zu viel Zuckerwatte.
Mein Fazit:
Auf dem Weg dorthin verfuhren wir uns allerdings, da ich als Meisternavigator mittendrin einfach aufgehört habe, den Google Maps Anweisungen Aufmerksamkeit zu schenken.
Nach einer Stunde warten für so eine Achterbahn mit Wasser war es dunkel und anstatt ein bisschen angespritzt zu werden, war ich nach der ersten Kurve mal von oben bis unten nass. Das katapultierte meine Stimmung kurzzeitig unter den Gefrierpunkt.
Berauscht von Zuckerwatte machten wir dann unsere eigene Tea Party und fuhren mit den Teetassen siebenmal hintereinander. Die Frau, die dort arbeitete sagte, ihr sei es egal. Wenn wir wollten, könnten wir den ganzen Tag dort sitzen.
Untitled from schafott on Vimeo.
Zum Abschluss meiner Zeit in den USA (meine Interpretation) gab es abends ein klasse Feuerwerk – nicht zu vergleichen mit dem Dienstagabend auf dem Volksfest in Waldkirchen.
Alcatraz
In der Bucht vor San Francisco liegt die Gefängnisinsel Alcatraz. 30 Jahre lang bis in die 1960er Jahre wurden dort die “most wanted” Amerikas eingesperrt. Die Felseninsel liegt etwas über zwei Kilometer vom Festland entfernt.
Die wahre Strafe bestand nicht aus dem Gefängnis an sich, sondern, dass San Francisco immer in Sichtweite liegt, aber dennoch stets unerreichbar ist. In ruhigen Nächten trägt es immer wieder Stimmen zur Insel und vor allem in der Silvesternacht seien die Parties, die Musik und das Lachen klar zu verstehen gewesen.
Golden Gate Bridge:
Natürlich gab es Ausbruchsversuche. Fünf davon waren erfolgreich, wo jedoch die Männer sind – ob sie es wirklich bis in die Freiheit geschafft haben und sich dann abgesetzte haben oder ob sie im pazifischen Ozean ertrunken sind – weiß man bis heute nicht. Denn der Ausbruch aus dem sichersten Gefängnis der USA zur damaligen Zeit war erst der erste, leichtere Schritt. Denn dann stand man vor dem Problem: Wie kommt man weg von der Insel? Der Guide, der uns die verschiedensten Ausbruchsversuche näherbrachte und seinen Job mit Leidenschaft macht, hat es selbst probiert und hat sie Strecke bis San Francisco geschafft – aber nur nachdem er Monate trainiert hatte. Denn das Wasser ist sehr kalt und wird auch im Sommer nicht wesentlich wärmer. Sobald es zu kalt wird, erstarren die Finger und man ertrinkt.
Einer der berühmtesten Versuche war es, als Häftlinge mit Regenjacken ein Schlauchboot bauten. Die Anleitung dazu haben sie in einem Time-Magazin gefunden, das es durch die Zensur geschafft hatte. Davor allerdings haben sie mit Löffeln einen Versorgungsschacht vergrößert, durch den sie aus dem Gefängnisgebäude fliehen konnten. Dieser Ausbruch wurde von Hollywood verfilmt, denn vor allem die Geschichte mit den Löffeln ist natürlich attraktiv. Doch in Wahrheit hatten sie irgendein mechanisches Ding mit einem kleinem Motor, das ihnen geholfen hatte.
Und wer kam nach Alcatraz? “Brich das Gesetz und du kommst ins Gefängnis. Brich das Gesetz im Gefängnis und du kommst nach Alcatraz.” Der berühmteste Insasse ist der Mafiaboss Al Capone, der drei Jahre dort verbrachte. Er wurde dorthin gebracht, weil er sonst nicht zu kontrollieren war und auch im Gefängnis seine Geschäfte weiter trieb. Ein anderer kam nach Alcatraz, nachdem er 16 Dollar in einem Postbüro gestohlen hat, was ein Verstoß gegen ein Bundesgesetz war. Nachdem er versucht hatte im normalen Gefängnis zu fliehen, kam er auf die Felseninsel in der San Francisco Bay.
So sah eine Zelle aus:
Die unteren Zellen waren Isolationszellen für Insassen, die Widerstand leisteten oder sich nicht an die Regeln hielten.
Die Fahnen waren nach den Schüssen auf die Abgeordnete Gabrielle Gibbons und die Toten auf Halbmast:
1967 wurde das Gefängnis aufgelöst, denn Alactraz war drei Mal teurer als ein normales Gefängnis. Daraufhin besetzten Indianer die Insel, was die Emanzipation der gerade aus den Reservaten entlassenen Menschen startete. Ich habe mich nicht näher darüber informiert, denn der Hunger und die Kälte trieben mich zurück aufs Festland.
Hollywood
Hollywood klingt glamourös, nach Stars und Sternchen und Restaurantmitarbeiter, die solche werden wollen. Und wer in Hollywood ist, muss zum Walk Of Fame. Denn jeder, der erfolgreich im Showbiz ist, bekommt früher oder später seinen Stern und/oder kann seine Hand- und Fussabdrücke hinterlassen. in Hollywood. Die Realität ist: Hollywood kein besonders schöner Stadtteil, billige Restaurants und 99 Cent Shops dominieren das Bild. Dort, wo die Touristen hinkommen ist etwas netter: gibt es ein Einkaufszentrum und das unvermeidbare Hard Rock Cafe. Nicht mal Pizza hat mir dort geschmeckt.
Strand! Strand! Strand!
Santa Monica und Venice Beach kommen ständig in Filmen und Serien vor. Die zwei Orte liegen nebeneinander im Norden Los Angeles am Strand.
Zuerst bin ich am Strand von Santa Monica Richtung Süden nach Venice gegangen (zumindest die Hälfte). Abends dann den ganzen Weg andersherum.
Venice Beach beschreibt beim Reiseführer als das ultimative LA-Erlebnis. Der Strand dort ist wohl der bekannteste in Los Angeles. Bodybuilder stemmen dort ihre Gewichte unter freiem Himmel, es wird Basketball gespielt und irgendetwas komisches das wie Tennis aussieht, aber anstatt Schlägern haben die Spieler Handschuhe (?). Surfer habe ich diesen Nachmittag Anfang Januar nur drei gesehen, denn richtig angenehm ist die Wassertemperatur auch in Kalifornien im Winter nicht.
Was das Bild jedoch dominiert sind viele, viele kleine Geschäfte, die T-Shirts, Sonnenbrillen und Schmuck verkaufen.
Und Kiff-Utensilien. In Kalifornien kann man sich vom Arzt Marihuana verschreiben lassen. Die Regelung wird ziemlich lax gehandhabt.
Jeder kann nämlich einen Arzt im Hinterzimmer eines Kiffershops konsultieren, von Kopfschmerzen berichten und bekommt dann seine Genehmigung Marihuana zu kaufen. Wer die Serie “Weeds” kennt, ist mit dem Procedere wahrscheinlich vertraut. Venice Beach ist deshalb soetwas wie das Amsterdam der USA.
Es ist schön dort. Es gibt den Strand, dahinter einen großen Park und auch im Winter T-Shirt-Wetter. Unzählige Menschen – Obdachlose, Hippies oder beides – haben deshalb beschlossen dort zu leben.
Zum Abschluss gab es noch einen traumhaften Sonnenuntergang über dem pazifischen Ozean.
Downtown LA: Dort, wo der Bär nicht steppt
LA ist der Ort, wo die Menschen zu viel Make-Up tragen und kleine Hunde haben, gerne in Klamotten”, so beschrieb mir G. ihre Heimatstadt. Sie hat nicht übertrieben. In einem Einkaufszentrum ging ich auf die Toilette, die Schlange hinter mir war ziemlich lang und ich hörte Frauen vor der Kabine, die ins Gespräch kommen.
“Och, ist der süß. Wie alt ist er denn?”
“Elf Monate.”
“Woher ist denn das nette Kleidchen?”
“Aus einem Geschäft in West Hollywood.”
Auch andere bekundeten darauf, wie süß und liebenswert sie ihn finden. Ich war mittlerweile gespannt auch einen Blick auf den Jungen zu werfen, als ich aus meiner Kabine trat, erwartete mich jedoch nicht ein Baby, sondern ein Chihuahua in einem Kinderwagen für Hunde. Wtf!!!
Hinter Los Angeles eingeschneite Berge: ![]()
Downtown heißt in den meisten Städten Stadtzentrum und lebhafteste Gegend, nicht so in Los Angeles. Erst in den letzten Jahren ist das Stadtzentrum dort wieder zum Leben erwacht. Ein paar Sachen gibt es aber dort auch zu sehen. Am bekanntesten ist die Cathedral of Our Lady of the Angels, die modernste katholische Kirche, die ich jemals gesehen habe.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Kalifornien zu Mexiko, bevor es die USA annektierten. Das ist klar erkennbar in der Olvera Street, die im ältesten Teil der Stadt liegt. Dort ist das mexikanische Konsulat, ein mexikanisches Kulturzentrum, an Ständen kann man allerlei bunten Krimpskram kaufen und das älteste Haus in ganz LA besichtigen.
Die Küche im ältesten Haus in LA. 1817 erbaut, wenn ich mich recht erinnere:
Nicht das älteste Haus:
Der Bahnhof Union Station:
Fernsehteams vor dem Gerichtsgebäude, in dem darüber verhandelt wurde, ob der Arzt von Michael Jackson Mitschuld an seinem Tod hat:
Nachtrag: New York nach dem Blizzard
So sah es nach dem Schneesturm in New York kurz nach Weihnachten vor unserer Haustüre aus:
Man beachte die Autos auf der Straße und dass in manchen Straßen auch Tage danach die Autos noch immer so eingeschneit waren.
Und plötzlich bin ich im Westen: Los Angeles
Am letzten Tag des Jahres 2010 bin ich gegen die Mittagszeit in New York aufgebrochen um das neue Jahr auf der anderen Seite des Landes in Los Angeles zu feiern. Sechs Stunden dauert es um von der Ost- an die Westküste zu fliegen. Am Flughafen wartete ich die ganze Zeit darauf von böse blickenden Grenzbeamten ausgefragt zu werden, aber bei Inlandsflügen wird auf diese Praxis immerhin doch noch verzichtet.
Mein eigentlicher Plan war es ja mit einem Auto einmal von Ost nach West zu fahren, aber aus Zeit- und Kostengründen habe ich das sein lassen.
Eine Woche nach Weihnachten hatte ich dann doch noch ein bisschen Adventsstimmung, den im Haus von Gabrielle steht ein Weihnachtsbaum. Außerdem habe ich zum ersten Mal seit fünf Monaten mal wieder ein richtig leckeres, zu Hause zubereitetes Essen bekommen und Gabrielles Vater fragte mich, was zur Weihnachtszeit in Deutschland gehört. Ich antwortete Glühwein, woraufhin er ein Rezept im Internet suchte und ich eine halbe Stunde später Tasse dampfenden Glühwein in Händen hielt. Mit Alkohol ging es dann auch später auf einer Silvesterparty weiter und ich musste feststellen, sowohl in LA als auch in Bayerischen Wald ist das größte Problem beim Weggehen, das hin- und zurück nach Hause kommen ist. Denn in Los Angeles gibt es so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel. Es gibt zwar eine U-Bahn, die aber nur in der Stadtinnenstadt fährt. Da LA aber aus einer Vielzahl an “kleineren” Orten besteht und flächenmäßig sehr groß ist, braucht man ein Auto um, von A nach B zu kommen.
Seit drei Jahren war ich nicht mehr am Meer und umso mehr freute ich mich dann, als ich das erste Mal am pazifischen Ozean stand. Ich hatte minutenlang ein debiles Grinsen auf meinem Gesicht, das einfach nicht wegging.
Im folgenden Bild kann man den Sturm sehen, der sich zusammenbraute und am nächsten Tag viel, viel Regen brachte:
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Die Innenstadt von einem der vielen Highways aus:
Als wir auf einen Berg fahren wollten, von wo aus man einen tollen Blick über die Stadt haben soll und auch den Hollywood-Schriftzug sehen kann, war dann aber die Straße wegen den Regenfällen der vergangenen Tagen gesperrt:
In Downtown LA steht die Walt Disney Concert Hall, die wirklich ein spektakuläres Design hat:
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New York mit meiner Familie
Eine (unvollständige) Zusammenfassung, was ich in den letzten Tagen des Jahres 2010 in New York gemacht habe:
- Meine Familie kam tatsächlich mit sechs Leuten angereist, um mit mir in New York Weihnachten zu feiern. Wir haben uns in Brooklyn eine Wohnung gemietet.
- Meine zwei Lieblingsbilder vom Rockefeller Center. Ich könnte das ewig angucken und würde noch immer Tränen lachen:
- Ich war noch nie weniger in Weihnachtsstimmung. Es gab keinen Baum, stattdessen haben wir eine Zimmerpflanze mit Lametta geschmückt. Essen am Weihnachtsabend: Spaghetti mit Tomatensoße; Das Familiendinner am 1. Weihnachtsfeiertag war von “Kentucky Fried Chicken”. Beide Male schmeckte es wahnsinnig gut.
- Drei Tage war Power-Shopping angesagt. Mein Bruder und Cousin schlugen im Macy’s in der Armaniabteilung zu. Meine Schwester schleppte uns zu einem Vintageshop in East Village, wo ich mein erstes Designerstück, eine Weste von Diane von Fürstenberg,
kauftekaufen ließ. - Ich habe meinen ersten Blizzard, einen Schneesturm, mitgemacht. Tagsüber schneite es die ganze Zeit realtiv stark, aber nichts, was uns, die wir aus dem Bayerischen Wald kommen, überrascht. Morgens aber, als plötzlich kniehoch Schnee lag, und auch wir in den Nachrichten mitbekommen haben, dass es einen Schneesturm gegeben hat, fing es an Spaß zu machen. Alles war unglaublich ruhig und leise. In der Umgebung unseres Hauses in Brooklyn hing das Schneesäumen von jedem selbst ab. Autos fuhren nicht mehr, denn sie waren bis zur Motorhaube unter Schnee vergraben – und in einigen Straßen war das auch noch drei Tage später so!!!
Fotos von dem Schneechaos habe ich nicht, denn wenn mein Papa dabei ist, mache ich keine und ich überlasse das ihm
Harlem und die New York Public Library
Nach zwei Tagen des Dahinsiechens hab ich mich heute aufgerafft – schließlich bin ich in New York – und hab mich wieder in die Außenwelt begeben. Morgens um zehn habe ich an einer Tour durch Harlem teilgenommen, die von meinem Hostel durchgeführt wurde.
Unser Guide war ein älterer charmanter Herr, dessen Erzählungen aber regelmäßig von Hustenanfällen unterbrochen wurden. Außerdem hatte er ständig eine “Rotzglocke” an der Nase hängen und auch Tränen rannen ihm wegen der Kälte übers Gesicht bis sie auf den Boden tropften. Harlem wird ja allgemein hin als gefährlich wahrgenommen. Ed, der Guide, meinte dazu, dass sich da vieles in den letzten 10, 20 Jahren getan habe. Natürlich gebe es noch immer Ecken und neighbourhoods, die nicht besonders sicher sei. In Harlem allein leben aber über eine Million Menschen und deshalb dürfe man da nicht alles über einen Kamm scheren.
Unsere erste Station war der Audubon Ballroom, in dem Malcom X einem Attentat zum Opfer fiel:
Danach ging es auf den sogenannten Sugarhill, der so heißt, weil dort die etwas besser betuchten Leute lebten. Heute stehen die Häuser alle unter Denkmalschutz.
In diesem Haus lebte der erste schwarze Richter am Obersten Gerichtshof der USA Thurgood Marshall:
Weitere Impressionen aus Harlem:
Nachdem ich in Washington nicht besonders in Weihnachtsstimung war, hat sich das in zwei Tagen New York schon erheblich geändert. Überall Weihnachtslieder, alle paar Blocks sind Verkaufsstände für Christbäume und sogar die Krankenwagen sind hier weihnachtlich geschmückt:
Richtig interessant war das Ganze jetzt nicht und relativ schnell vorbei. Am Sonntag ist eine weitere Tour durch Harlem, die angeblich interessanter sein soll.
Gerade sitze ich in der New York Public Library in diesem Raum und schreibe diesen Blogpost. Ich sitze in der rechten hinteren Ecke des folgenden Bildes:
Das ist schön ein äußerst netter Ort, um zu lesen und zu schreiben und wenn ich in den nächsten Tagen genau das tun will, werde ich wohl hierhin kommen.
Blick in die Lobby:
Blick von der Empore in der Lobby hinaus auf die 5th Avenue: